Robert Seethaler, Ein ganzes Leben

Klappentext:

Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, 22550484ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen.

Robert Seethaler erzählt ohne Pathos und große Worte die Geschichte des Seilbahnarbeiters Andreas Egger. Es ist die Geschichte eines einfachen kargen Lebens mit vielen Entbehrungen. Leben, Liebe, Leid und Tod eines Mannes, der zum Leben und Glücklichsein nicht viel braucht – so könnte man die Erzählung aufs Kürzeste zusammenfassen. Dazu kommt ein Setting, das zwar zeitlich eingegrenzt ist, aber die entrückte Berglandschaft, die ohne jegliche Verklärung wunderschön aber auch grausam wild dargestellt wird, wirkt an vielen Stellen raum- und zeitlos.

Auf nur 192 Seiten schildert der Autor eine harte Kindheit, ein entbehrungsreiches Arbeitsleben, die große Liebe, die durch die Gewalt der Natur ganz plötzlich verloren ist, ein einsamer Einsatz im 2. Weltkrieg, eine Gefangenschaft in Rußland, das Leben als Bergführer und schlussendlich die letzten Jahre bis zum Tod des Protagonisten.

Einsamkeit, Traurigkeit prägen die Erzählung, doch trotz allem ist Ein ganzes Leben kein trauriges Buch. Leid und Trauer, aber auch viele kleine glückliche Momente, machen Egger zu einem Menschen, der sein Leben lang einer schlicht-stoischen Linie folgt. Er macht keinerlei Entwicklung durch und das ist in dieser Erzählung auch überhaupt nicht notwendig. Egger hat nicht viel, doch er hat alles, was er braucht, akzeptiert sein Leben in allen Facetten und ist mit sich selbst zufrieden – auch wenn sein Umfeld ihn als Sonderling empfindet, er bleibt sich bis zuletzt selbst treu.

Eine karg-poetische Geschichte über den Sinn des Lebens und das „Ganzbleiben“, die sich angenehm liest und mit einem positiven Gefühl zurücklässt. Absolute Leseempfehlung mit vollen fünf Lesesternchen.

Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. Januar 2016)
ISBN-10: 3442482917
ISBN-13: 978-3442482917

Hack-Pilz-Pfanne

Auf Pinterest gefunden, ein bisschen variiert, nachgekocht und für sehr lecker befunden – die Hack-Pilz-Pfanne mit Erbsen. Geht fix und schmeckt lecker 🙂

Hack-Pilz-Pfanne mit Reis und Feldsalat:

Ihr braucht (für 2 Personen)

150 g Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Dose Champignons (wahlweise natürlich frische)
50 g TK-Erbsen
1 El Öl
Salz, Pfeffer, Petersilie, Schnittlauch, edelsüßes Paprikapulver
100 ml Schlagsahne
100 ml Wasser
Saucenbinder nach Bedarf

So geht’s:

Öl in einer Pfanne erhitzen. Das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Dabei salzen und pfeffern.

Kleingewürfelte Zwiebeln und Champignons zugeben und etwa drei Minuten mitbraten.

Die Erbsen, 100 ml Sahne und 100 ml Wasser zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Kräutern und dem edelsüßen Paprikapulver würzen.

Aufkochen und mit hellem Saucenbinder binden.

Wir hatten dazu Reis und Feldsalat, aber ich kann mir das auch sehr gut mit gekochten Kartoffeln vorstellen. Jedenfalls ein einfaches und gutes Rezept und zum Nachkochen zu empfehlen 🙂

Kleine Flucht am Feiertag

Zum ersten Mal seit ich denken kann, habe ich dieses Mal den obligatorischen Friedhofsbesuch am Familiengrab geschwänzt und dass obwohl ich erst vor einigen Wochen einen familiären Todesfall hatte (der uns alle entsprechend mitgenommen hat) … Macht man das? Nach reiflicher Überlegung und einem Grabbesuch am Vorabend habe ich entschieden: Ja, ich mach das – schlussendlich hat meine persönliche Trauerarbeit nichts damit zu tun, dass ein Pfarrer das Grab segnet und mich die Nachbarn am Friedhof sehen – und bin zusammen mit dem weltbesten Ehemann nach Tschechien gefahren.

Das ist nun nichts Außergewöhnliches, das machen wir tatsächlich öfter 🙂 Dieses Mal haben wir den wunderbaren Herbsttag für eine Geocache-Runde genutzt und endlich einige der verschwundenen Grenzdörfer an der tschechisch-bayerischen Grenze besucht. Diese Dörfer waren in der Nachkriegszeit zu nah an den Landesgrenzen, woraufhin die Bewohner umgesiedelt und die Orte weitgehend zerstört wurden. Vielfach erinnert heute nur noch ein Gedenkkreuz und eine Infotafel (und eine Cache-Serie) an die Vergangenheit. Mancherorts kann man allerdings noch etwas vom Dorfleben in den alten Tagen erahnen.

Die Cache-Serie haben wir tatsächlich schon mehrfach versucht und sind jedesmal auf unwegsames Gelände gestoßen, sodass wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, mit unserem braven Chevrolet Cruze jemals dorthin zu kommen. Offenbar hatten wir die letzten Male einfach nur falsche „Einflugschneisen“ gewählt, denn dieses Mal begegneten uns zwar einige Matschpfützen und gewisse Holprigkeiten, aber schlussendlich wurden wir belohnt.

Ich hab ein paar Fotos gemacht – wie ihr gleich sehen könnt, haben wir sogar einen Friedhof gefunden (dort waren sogar noch ein paar relativ neue Gräber und es kamen tatsächlich am Nachmittag Angehörige vorbei – das hat dann schon wieder einen ganz besonderen Reiz!)

Und jetzt dürft ihr Bilder anschauen 🙂

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