Sheila O’Flanagan, Wie man die Liebe erkennt

Klappentext: https://d2arxad8u2l0g7.cloudfront.net/books/1365349459l/6798314.jpg

Sie waren füreinander bestimmt. Bill war Claires große Liebe, seit sie fünf Jahre alt war. Mit zwanzig wurden sie Mann und Frau, dann Mutter und Vater. Ihr Glück war perfekt – bis Bill bei einem tragischen Unfall starb. Seither dreht sich Claires Leben ausschließlich um ihre fünfzehnjährige Tochter Georgia, die zum ersten Mal verliebt ist und nun dringend Rat in Sachen Männern benötigt. Doch den kann Claire ihr nicht geben – schließlich gab es für sie immer nur Bill. Um Georgia dennoch zu helfen, bleibt ihr nur eins übrig: Sie muss mit jemandem ausgehen. Und diesmal meint es das Schicksal gut mit ihr …

Wir haben vor einiger Zeit eine Spende für unser offenes Buchregal an der vhs Karlsfeld bekommen und da hab ich mir ein paar Bücher erstmal zur Eigenlektüre beiseite gelegt, unter anderem auch Sheila O’Flanagans Wie man die Liebe erkennt – ein (schon etwas älterer) Chick-Lit-Roman aus Irland, der ein paar Stunden leichte Lektüre verspricht.

Und genauso war es auch. Das Buch war nett und angenehm zu lesen, nur hat die Autorin die Angewohnheit, ausführlichst Szenen zu beschreiben. Das liest sich dann in etwa so: „Sie öffnete den Toilettendeckel, setzte sich auf die Toilette und begann ihr Geschäft. Dann griff sie nach dem links von ihr an der Wand mit vier Schrauben befestigten Toilettenpapierhalter, riss mit einem kräftigen Ruck drei Blätter ab und putzte sich den Po. Nachdem dies geschehen war, drückte sie die Spülung und betrachtete nachdenklich das umherwirbelnde Wasser, das sie plötzlich wieder an den schrecklichen Unfall denken ließ. Sie befreite sich von dem Anblick und schloss den Toilettendeckel.“ Falls jemand diese Szene im Buch suchen sollte – es gibt sie nicht, doch sie könnte so drin stehen. Kurzum, die Geschichte hätte auf die Hälfte der Seitenzahl reduziert werden können. Auch die drei Nebenhandlungen um Claires Mutter, die Tochter Georgia und die beste Freundin sind ein bisschen zu viel des Guten.

Die Charaktere sind durchwegs sympathisch und realistisch dargestellt (schon allein die Tatsache, dass sie nicht alle superschön und superjung sind, hat mir gut gefallen), auch die Story ist – trotz der Längen – unterhaltsam und ich kann mir die ganze Chose gut als Fernsehfilmchen auf SAT1 vorstellen – eventuell noch eine Prise Action dazu, denn passieren tut leider nicht wirklich viel. Alles bleibt vorhersehbar, wirkt zum Teil sehr zusammengeschustert. So mutet es ein wenig seltsam an, dass alle Ladies just im selben Moment von der Frage nach der Liebe des Lebens gequält werden und sich Protagonistin Claire nach einem jahrelangen Einsiedlerleben ganz plötzlich entscheidet auf zwanghafte und naive Männersuche zu gehen. Auch die daraus resultierenden Erlebnisse sind putzig, aber ziemlich klischeehaft.

Was ich so gar nicht verstanden habe, waren die Kapitelüberschriften – Namen und Beschreibungen von Gartengewächsen. Das sollte vermutlich eine Anspielung auf die Wiederherstellung des Gartens von Claire sein, vielleicht hatten sie aber auch eine tiefere Bedeutung. Ich habe jedenfalls in den Kapiteln nichts gefunden, was auch nur das Geringste mit den Überschriften zu tun haben könnte.

Trotz  allem Gekrittele ist diese Suche nach der Liebe ein nettes Sommerbuch für die Strandtasche und für heiße Tage und das gibt drei gute Lesesternchen.

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. September 2007)
ISBN-10: 344246398X
ISBN-13: 978-3442463985
Originaltitel: How will I know?

 

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