Mary Simses, Der Sommer der Blaubeeren

[Ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Ein Weg in die Zukunft…

Kurz vor ihrer Hochzeit fährt die New Yorker Anwältin Ellen Branford in den abgelegenen Küstenort Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, die Angelegenheit schnell erledigen zu können. Doch schon bald ahnt sie, dass sich dahinter viel mehr verbirgt. Denn inmitten von Blaubeerfeldern wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen auf Ellen – die ihr zeigen wird, dass man manchmal all seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wahre Glück zu finden …]

Hier bin ich tatsächlich auf das ansprechende Cover herein gefallen und habe das Buch aus der Onleihe geholt. Gelegentlich darf es bei mir durchaus mal ein Chicklit-Liebesroman sein und ich stelle an solche Bücher auch keine großen Ansprüche, aber ein paar Kriterien sollten sie schon erfüllen.

Der Sommer der Blaubeeren punktet mit dem schon zitierten Cover, dazu kommen viele hübsche Landschaftsbeschreibungen und anschauliches Material aus dem Kleinstadtleben und – zahlreiche leckere Essensbeschreibung. Lest das Buch bitte nicht, wenn ihr hungrig seid … 🙂 – hier ein kleines Zitat:

Dann probierte ich die Muschelsuppe. Es waren reichlich Venusmuscheln darin und ihr Geschmack wurde schön abgerundet durch Kartoffelwürfel, klein geschnittene Zwiebeln, Sellerie und zarten Dill. Die Kombination war himmlisch, und ich aß bis zum letzten Tropfen alles auf. Dabei gab ich mir alle Mühe nicht darüber nachzudenken, was sonst noch alles drin war. Es musste Sahne dabei sein – ein ordentlicher Schuss – und ganz sicher auch Butter und ich schmeckte kleine Speckwürfel heraus.

Leider hat mich das Gesamtbild enttäuscht, denn Mary Simses erzählt eine sehr vorhersehbare Geschichte, mit einer manchmal unbeholfen wirkenden Handlung und mit zu vielen unglaubhaften Momenten.

Wir haben die übliche Figuren, die allerdings alle aus dem Handbuch „Klischees für Liebesromanautoren“ zu stammen scheinen. Besonders Protagonistin Ellen wirkt sehr konstruiert und ihre Verhaltensmuster passen nicht zueinander. Auf der einen Seite ist sie die modebewusste Stadtpflanze (unnötiges Namedropping bei Kleiderbeschreibungen sind für mich übrigens auch so ein NoGo), Anwältin noch dazu, andererseits trampelt sie von Fettnapf zu Fettnapf und ist kaum in der Lage, Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Ich kann auch schlecht glauben, dass sich eine New Yorker Elite-Anwältin nach einer Woche auf dem Land, zum Ausstieg aus ihrem gewohnten Terrain entscheidet und zur Blaubeerbäuerin, Superköchin und Cafébetreiberin wird, vor allem da vorher eigentlich kaum erwähnt wird, dass sie außer essen noch irgendetwas anderes mit Lebensmitteln anfangen kann.

Jeder soll sich sein eigenes Bild machen, ich befinde das Buch für eine harmlose Romanze, die man wunderbar als Strandbuch/Ferienlektüre lesen kann und für einen Erstling ist es trotz aller Mängel „nett“. Ich könnt mir das Ganze durchaus als kleine Romantic Comedy im Fernsehen vorstellen 🙂 und gebe für das Buch zweieinhalb von fünf Lesesternen.

 

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