Ann Patchett, Bel Canto

Ann Patchetts Idee zu ihrem Roman „Bel Canto“ beruht auf der einer Geiselnahme in der japanischen Botschaft durch Guerillas in Lima 1996, die erst vier Monate später beendet wurde.

Auch im Roman spielen Japaner eine große Rolle: Herr Hosokawa, japanischer Geschäftsmann und Opernfan, ist zu Gast in einem namenlosen südamerikanischen Land. Eine für ihn arrangierte Geburtstagsfeier soll ihn wohlwollend stimmend, in dem wirtschaftlich schwachen Land eine Filiale seiner Firma zu errichten.

Als Ehrengast eingeladen ist die begnadete amerikanische Operndiva Roxane Coss: der perfekte Rahmen für ein unvergessliches Fest. Plötzlich wird es dunkel, es fallen Schüsse, und alles nimmt ein jähes Ende.

Abgeschnitten von der Außenwelt und in tödlicher Gefahr, durchlebt die exklusive Gästeschar die Schrecken einer Geiselhaft – und zugleich die kostbarsten Momente ihres Lebens durch die Kraft der Musik.

„Eines jener seltenen Bücher, die man sich eigentlich zwischendurch verbieten möchte, damit man sie nicht so schnell verschlingt – und so lange wie möglich im Paradies bleiben darf,“ schreibt die „Brigitte“ und ich kann mich dieser Kritik nur anschließen.

„Bel Canto“ ist ein kleiner literarischer Schatz, dem man zumindest jedem Liebhaber der klassischen Musik wärmstens an Herz legen sollte.

Die geschilderten Szenarios sind nicht wirklich realitätsnah, doch das scheint auch nicht die Absicht der Autorin gewesen zu sein. Viel wichtiger ist die Thematik der musikalischen Initiation der Figuren. Patchett hat in der Villa des Vizepräsidenten einen Mikrokosmos geschaffen, in dem Geiseln und Geiselnehmer eine seltsame Symbiose eingehen und Erfahrungen machen, die Leben verändern könnten – alles ausgelöst und verbunden durch die Musik von Roxane Coss.

Beeindruckende Charaktere, eine gut erzählte Geschichte und ein – obwohl man es nicht anders erwartet – berührendes Ende.

Schön!

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