Stewart O’Nan, Halloween

[Halloween, Tag der lebenden Leichen. Die Geister dreier toter Teenager kehren aus dem Zwischenreich zurück nach Avon, Connecticut. Vor genau einem Jahr sind sie hier gestorben: eine rasende Tour über den Highway, die Smashing Pumpkins laut aus den Boxen, ein Joint, hinter ihnen ein Polizeiwagen mit heulender Sirene. Eine scharfe Kurve. Ein Baum.

Nun sehen sie nach den Freunden, die den Unfall überlebt haben: Kyle, entstellt und debil, und Tim, völlig unverletzt, aber innerlich „längst tot“. So etwas merken Geister, und sie merken auch, dass Tim etwas Schreckliches vorhat. Doch sie können es nicht verhindern, gegen den Willen der Lebenden kommen sie nicht an. So nimmt ein neues Verhängnis seinen Lauf.]

Stewart O’Nan spielt mit Versatzstücken des Gruselromans, doch auch wenn hier drei jugendliche Geister gewissermaßen als Erzählerchor auftreten, hat „Halloween“ doch eine ganz andere Intention als den Leser mit blankem Horror oder mit dem „Unheimlichen“ auf klassische Art zu schockieren.

Der Autor erzählt vielmehr eine Geschichte von zerbrochenen Träumen, von den verzweifelten Versuchen mit der Schuld fertig zu werden – ein amerikanischer Kleinstadt-Alptraum der Ausweglosigkeit. Auch das kann Horror sein, wenn gleich sehr subtil.

„Halloween“ berührt unangenehm und stimmt traurig, trotz der oftmals sarkastischen Bemerkungen der Geister. Eher ein Buch für den Herbst als für den Frühling/Sommer, aber sehr lesenswert.

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