Veit Etzold, Final Cut

[Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken.

Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis.

Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.]

Im Grunde ist Final Cut ein Thriller, der jedes Klischee erfüllt: Wir haben die Warnung vor den bösen sozialen Netzwerken, Kritik an hirnlosen Casting Shows und – das was ich ja neulich als negativ genannt habe – den Mörder, der in seiner Kindheit missbraucht wurde und … tatata: die traumatisierte Ermittlerin!

Dazu kommt eine grandios überzogene grausame Handlung, die man bestenfalls in einem düsteren amerikanischen Psychothriller erwartet (meist von einer Autorin geschrieben). In Etzolds Berlin scheint es allerdings öfter so zuzugehen, denn im Buch ist von einem vorangegangenen Fall der Ermittlerin zu lesen, der mindestens genauso fies ist, wie der aktuelle. Interessant wird es, wenn man versucht, das Buch kurz für die Kolleginnen/Freunde zusammenzufassen, denn dann werden die Übertreibungen so richtig deutlich 🙂

Und dennoch hat es Veit Etzold geschafft, mich in den Bann seiner Geschichte zu ziehen, die sehr spannend geschrieben ist und sich schnell lesen lässt.

Natürlich wirkt auch der Fingerzeig auf das böse Internet und man macht sich so seine Gedanken wie schnell ein Mensch heutzutage unbemerkt verschwinden kann. Und wenn man so dämliche Formate wie Wild Girls sieht, fragt man sich wie weit weg wir eigentlich noch sind, von der Fiktion.

Mir hat die Lektüre von Final Cut – trotz Klischees und vieler Vorhersehbarkeiten – jedenfalls Spaß gemacht und ich vergebe 4 von 5 Sternchen.

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