Die Montagsfrage

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Die Zeit vergeht mir gerade, unglaublich schnell – da wollte ich eigentlich noch die letzte Montagsfrage nach dem Halbjahresfavoriten (Jojo Moyes, Ein ganzes halbes Jahr, btw) beantworten, da ist schon wieder die nächste – um so interresantere und für mich ergiebigere – da. Paperthin möchte dieses Mal wissen

Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

und das ist einmal mehr gar nicht so leicht zu beantworten. Ich spechte ja vorher meist, was die anderen Montagsantworter so geschrieben haben und da dachte ich mir bei so einigen, „ja genau! Das will ich eigentlich auch nicht mehr lesen“ – aber dann erinnere ich mich wieder an ein Buch, das genau in das Genannte passt, aber trotzdem gut war. Mir fällt aber dennoch etwas ein 🙂 und zwar:

Ich finde es zunehmend schwierig, gute Fantasy-YA-Bücher zu finden, da sie sehr oft sehr flach alles bereits Erzählte lieblos wiederholen. Da denke ich mir oft, okay von den durchschnittlichen High-School-Mädls und den Dreiecksbeziehungen mit dem Übernatürlichen und dem Good Boy aus der realen Welt lässt du einfach die Finger, und dann kommt doch wieder eine Überraschung, über die man sich freut.

Besonders bei Büchern für junge Leser (aber natürlich nicht nur) findet sich aber oft auch, die bei mir sehr beliebte, schlechte Recherche und das MORALIN: Buhu, da trinkt einer ein Glas Wein (muss man als Romanheldin gleich ausgießen, weil der Verwandte 2000. Grades Alkoholiker war), igitt, da stinkt es nach Zigarettenqualm (kommt besonders gut, wenn es zu der im Roman dargestellten Zeit noch gar keine Zigaretten gab), mimimi, grusel grusel, da isst jemand noch Kohlenhydrate, pfuipfui ein nackter Mann/eine nackte Frau, ein Grufti, ein Emo (oder was es heut noch so alles gibt, was nicht ins Regelwerk passt) huch!!! Junger Mensch mit 16, mach die Augen zu, da ist DAS BÖSE, pass auf!! Da ist mir doch ein Autor tausend Mal lieber, der meinetwegen persönlich gegen alles Mögliche ist, aber solche Floskeln bleiben lässt und einfach über diese Thematiken schweigt und eine gute Story auch ohne den ständig erhobenen Zeigefinger zu erzählen weiß. Und übrigens: Wir sind auch nicht alle drogensüchtig geworden, weil wir Christiane F. (und das war noch nicht mal eine Romanfigur!) gelesen haben, wir konnten da recht gut differenzieren, was gut und schlecht für uns selbst ist.

Schwierig finde ich auch mittlerweile das Thema „Missbrauch“, das zurzeit für jedwaige Störung bei den – von mir früher eigentlich immer gern gelesenen – Psychothrillern als Motiv herhalten muss. Das mag ja durchaus eine Berechtigung haben, aber, liebe Autoren, lasst euch doch auch mal was anderes einfallen, als den tausendsten Kommissar oder noch besser der tausendsten Killer, der ein solches Kindheitstrauma durchlebt hat. Es gibt sicher auch andere „Schäden“, auf die man gehaltvoll aufbauen kann. Aber auch hier kann man mich durchaus noch positiv überraschen!

Ausnahmen gibt es auch bei der letzten Sorte von Büchern, denen ich generell misstraue und zwar jenen, die eine Personen- oder Ortsliste oder zahllose Anhänge mit Fremdwörtern aufzuweisen haben. Das geht für mich gerade noch bei humorvollen Büchern, ansonsten fühle ich mich immer an den Loriot-Sketch „Die Inhaltsangabe“ erinnert bzw. habe Angst, dass der Autor dem Leser entweder nicht zutraut, sich fünf Personen zu merken oder – bei den Anhängen am Romanschluss – mit seiner Bildung angeben will.

So viel, so gut und das Fazit? Im Grunde gibt es also nichts, was ich gar nie mehr lesen mag – obwohl ich beim Moralin und der schlechten Recherche schon sehr oft erwägt habe, die Lektüre zu beenden und dann doch weiterlese – ich hab einen Vorsatz, dass man auch durch das (für einen persönlich) schlechteste Buch durch muss, hat man es schon mal begonnen, und sei es, um es zu kritisieren – und manchmal hat sogar der erste Eindruck getäuscht 🙂

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