April-Auslese

Ich weiß: Wir haben mittlerweile Juni!

Immer wieder habe ich die April-Auslese aufgeschoben und plötzlich war der Mai da, auch wenn es das Wetter nicht vermuten ließ.

Heute wollte ich eine April-/Mai-Ausgabe schreiben, die mir aber mit 12 Büchern zu lang wurde … demzufolge gibt es nun also erstmal nur die verspätete April-Auslese:

James Herriot, All Creatures Great and Small
Wer von uns älteren Herrschaften kennt ihn nicht mehr: Den jungen Doktor James Herriot, der als Assistenztierarzt in den späten 1930ern in die Yorkshire Dales kommt und dort so manche Erfahrung mit seinem leicht verplanten Boss Siegfried Farnon, der lieben Landbevölkerung und natürlich dem lieben Vieh macht?
Ich jedenfalls habe die Serie Der Doktor und das liebe Vieh, die bei uns in den 80er Jahren im TV gezeigt wurde, geliebt und wollte eigentlich schon immer mal die Bücher lesen. Da kam die eBook-Sonderaktion von All Creatures Great and Small gerade recht.
Charmant und herzwärmend lustig – wer allerdings noch nie von James Herriot gehört hat und bei „Tierarzt“ an Kätzchen, Hamster und Meerschweinchen denkt, der sollte vielleicht die Finger davon lassen 🙂 (*****)

Erica Cope, Lark (Vol. 1)
Ein High School-Mädchen erfährt aus heiterem Himmel, dass sie die Tochter des Königs der Lichtelfen ist und beginnt von Jetzt auf Gleich ein Doppelleben, in dem der Kampf gegen die bösen Dunkelelfen und natürlich auch die obligatorische Dreiecksromanze nicht fehlen darf.
Eine Dreiecksromanze in Fantasyliteratur speziell für junge Leute ist kein neues Thema, aber man sieht ja zum Beispiel bei Cassandra Clare sehr gut, dass man durchaus noch etwas Innovatives daraus machen kann. Bei Lark ist das leider gar nicht gelungen und wir erleben eine verquaste Geschichte, die auch nicht sehr glücklich erzählt wird – ich dachte anfangs, die Autorin ist eine 14-Jährige, die gerade ihre ersten Schreibversuche macht … aber gut, man muss ja nicht alles mögen, von daher -> (**)

Nathaniel Hawthorne, The Scarlet Letter
Mein April-Klassiker, auf den ich durch Lark gekommen bin, in dem der Roman als Schullektüre vorkommt.
Der im 19. Jahrhundert erschienene Roman erzählt die Geschichte der Ehebrecherin Hester Prynne, die im Boston des Jahres 1640 bittere Erfahrungen mit den puritanischen Wertvorstellungen ihrer Mitmenschen machen muss.
Hawthornes kritische Auseinandersetzung mit dem Gedankengut seiner Vorfahren liest sich nicht immer einfach, ist aber dennoch auf gewisse Weise faszinierend und tiefgehend. (****)

Heide Goody, Iain Grant, Clovenhoof
Wegen angeblicher Unfähigkeit wird der Teufel aus der Hölle verbannt und soll von nun an als Mensch unter dem Namen Jeremy Clovenhoof in einem vorstädtischen Ortsteil von Birmingham leben. Clovenhoof versucht sich also mehr schlecht als recht mit seinen neuen Nachbarn, dem Nerd Ben und dem Möchtegern-Vamp Nerys zu arrangieren bzw. den wahren Grund für seine Verbannung herauszufinden und wie man sich vorstellen kann, kommt es bei dieser Ausgangskonstellation zu unglaublichen – komischen und skurillen – Situationen.
Mal wieder eine dieser böösen Sonderaktionen für Kindle-Besitzer und eine lohnenswerte allemal – Clovenhoof ist witzig und liebenswert, erinnert gelegentlich an Neil Gaimans und Terry Pratchetts Good Omens und bleibt aber dennoch eine ganz eigenständige Geschichte. (****)

Steve Hogan, Die Steampunk-Saga – Episode 1: Tinker-Kate und die geheime Bruderschaft
Die rotgelockte Kate Fenton, Pilotin eines „Dampfkutters“, fliegt im London des Jahres 1851, quasi als Lufttaxi, über die Dächer der Stadt und bekommt es schon bald mit einem mysteriösen attraktiven Gentleman und – woah, ganz was Neues – Vampiren zu tun.
Öh ja – eine Groschenroman-Steampunk-e-Book-Serie aus dem Hause CORA. Den ersten „Band“ (53 Seiten) gab es als kostenlose Probe und man findet den Anfang einer klischeebehafteten Steampunk-Romanze ohne Tiefgang – mehr hatte ich auch nicht erwartet. Ich hoffe nur, dass nicht alle Leser nun meinen DAS sei Steampunk … (**)

Iain Grant, A Gateway Made of Bone
In Clovenhoof gab es am Ende eine Leseprobe von Iain Grants eigenem Fantasyroman A Gateway Made of Bone, die mich neugierig gemacht hat. Die Geschichte handelt von der jungen „Toröffnerin“ Celandine Brey, die sich – zunächst allein, dann von einem Häufchen treuer Gefährten begleitet/beschützt auf eine abenteuerliche Reise begibt, um das, was ihr lieb ist, zu retten.
Iain Grant hat die Genres Sci-Fi und Steampunk ordentlich gemischt. Ergebnis ist ein interessantes Setting, mit vielen komplett unterschiedlichen Welten, in die man durch spezielle Tore kommt (die Leute wie Celandine erschaffen und öffnen können), mit einer gut lesbare Abenteuergeschichte, die zwar noch einige Schwächen aufweist, aber vielleicht eine Fortsetzung und Verbesserung findet, daher hoffnungsvolle (****).

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