Jojo Moyes, Ein ganzes halbes Jahr

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[Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer kleinen Heimatstadt ihren leicht exzentrischen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne als Kellnerin arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird, wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.]

Der Roman von Jojo Moyes stand schon ein paar Tage auf meiner Wunschliste, allerdings wollte ich ihn im Original lesen. Nun hat ihn sich meine Kollegin auf Deutsch besorgt, mir netterweise geliehen und ich muss gestehen, dass mir hier die Übersetzung sehr gut gefallen hat.

Und natürlich nicht nur die Übersetzung. Ich wusste anfangs nicht genau, auf was ich mich einlasse, da ich bewusst vorher keine Rezensionen durchgelesen hatte – auf diese Geschichte war ich schlussendlich jedenfalls gar nicht vorbereitet.

Zugegebenermaßen bedient sich die Autorin einiger Klischees: armes Mädl trifft als Gesellschafterin/Pflegerin auf attraktiven reichen (behinderten) Mann und es kommt sogar zu einer Liebesgeschichte zwischen den beiden. Doch das bildet nur den Rahmen für einen bewegenden Roman über Freundschaft, Liebe, freien Willen und wie man den Sinn des Lebens neu entdecken kann.

Lou mit der großen Klappe, den extravaganten Kleidern und dem großen Herzen, die dem verbitterten querschnittgelähmten Will wieder Lebensmut geben soll – das erinnert (wie schon vielfach vorher festgestellt) an “Ziemlich beste Freunde”. Ich glaube allerdings der Autorin, wenn sie sagt, sie habe den Film gar nicht gekannt, denn dann hätte sie ihr Buch sehr schnell heruntergeschrieben und verlegt (der Film kam im November 2011 in die französischen Kinos, das Buch ist im Januar 2012 erschienen).

Außerdem geht der Roman ungefähr ab der Hälfte in eine komplett andere Richtung als der Film – (und damit meine ich nicht die Lovestory) als Lou entdeckt, dass das Leben viel mehr Möglichkeiten bietet, als sie bisher wissen wollte.
Glaubhafte Charaktere, lustige Momente, herzerfrischende Dialoge, ein stimmiges Setting in einer englischen Kleinstadt in der der Clash of the Classes noch durchaus zum Tragen kennt und eine bittersüße flott erzählte Story, die keineswegs durch eine rosagetönte Herzschmerz-Brille erzählt wird – das alles macht Jojo Moyes Roman zu einer absolut empfehlenswerten Lektüre.

Und noch was: Auch wenn es schon Rezensionen gab (ja, im Nachhinein habe ich einige durchgelesen), die die Aufmachung des Buchs kritisiert haben, da es zu sehr Frauen ansprechen würde – imho ist es, natürlich keine ChicLit oder Hausfrauen-Befeuchtungslektüre, durchaus ein Frauenbuch. Ich kenne jedenfalls recht wenige Männer, die sich in diese Geschichte einfühlen könnten – so sorry Jungs 🙂

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