Marcus Heitz, Die Mächte des Feuers

[Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück …

Im Jahr 1925 untersucht die Drachentöterin Silena eine Reihe mysteriöser Todesfälle. Immer neue geheimnisvolle Gegenspieler und Verbündete erscheinen. Silena wird in einen uralten magischen Konflikt verstrickt.

Stecken Drachen dahinter, oder muss sie sich einem ganz anderen Gegner stellen? Eine unheimliche Rolle scheinen die Gargoyles zu spielen, jene dämonischen Stein­figuren an alten Kirchen und Gemäuern …]

„Die Mächte des Feuers“ war mein zweiter Versuch mit Markus Heitz – eigentlich wollte ich die Zwergen-Bücher lesen, aber da der erste Band in unserer lokalen Bücherei verliehen war, bin ich wieder bei einem anderen Genre hängen geblieben.

Leider hat mir das Buch im Verlauf der Lektüre immer weniger gefallen – anfangs dachte ich noch an drei Sternchen mit Tendenz zur zwei [ich hätte ja gern noch halbe Sternchen zum Bewerten bei lovelybooks, da würde mir manches leichter fallen ;)], aber je weiter die Geschichte fort schritt, desto mehr rückte meine Meinung in Richtung eins …

Ich lese im übrigen Bücher grundsätzlich zu Ende, auch wenn sie mir nicht gefallen, das nur noch als kleine Randbemerkung.

Ich habe nichts gegen Fantasy, ganz im Gegenteil – ich bevorzuge allerdings entweder eine komplett entrückte Welt oder Romane, in denen sich Realität und Fantasy an einer Grenze bewegen, von der man glaubt, dass sie jederzeit überschritten werden könnte.

Nun habe ich mich bemüht, mich auf eine Geschichte einzulassen, die in den 1920er-Jahren spielt und in der DRACHEN (!), die Weltpolitik und das Geschick der Menschen lenken. Gut, dann muss es eben auch Drachentöter und -jäger und -freunde und was weiß ich noch geben (steht ja auch auf dem Klappentext und man kann ja nie wissen … ).

Dummerweise will aber in dieser anfänglich noch nach detective/adventure/romance story aussehenden Geschichte so gar keine Spannung aufkommen. Hauptfigur Silena bleibt durchweg langweilig – ein Lichtblick lediglich der „Fürst“, der anfangs ein wenig an Gary Oldmans Dracula erinnert, und die Zauberin Arsénie. Die 20er-Jahre-Atmosphäre wirkt aufgesetzt, funktioniert eigentlich nur durch name dropping (Josephine Baker muss unbedingt in das Buch gezerrt werden) und ganz plötzlich kippt die ganze Geschichte auch noch in einen hanebüchenen Unsinn um.

Der arme Leser wird mit Personen konfrontiert, die ganz plötzlich wieder aus dem Geschehen verschwinden, Menschen verwandeln sich in Drachen, Gargoyles fliegen herum, Personen tauchen urplötzlich wieder auf, alle wollen irgendeinen Stein – für was genau, weiß keiner so recht … und am Schluss, wer hätte es gedacht, gibt es natürlich auch noch eine Prise Romantik.

Ein bisschen weniger von allem hätte dem Roman sicher nicht geschadet. Empfehlen kann ich die Lektüre niemandem, höchstens man hat ein absolutes Faible für politisierende Drachen.

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