Januar-Auslese

Antonia Michaelis, Der Märchenerzähler
Was für ein Start ins neue Jahr! Im Grunde erzählt Frau Michaelis ein Geschichte wie aus einer Doku-Soap: Mädl aus gutem Haus verliebt sich in den Außenseiter der Schule, der mit Drogen dealt und womöglich noch viel mehr auf dem Kerbholz hat, sich aber rührend um seine kleine Schwester kümmert …
Die Erzählweise jedoch ist bemerkenswert: das ist Klischee und harter Stoff poetisch und zu Tränen rührend verpackt – ein Roman wie die bittersüßen („uralten“ – wenn man so was liest, weiß man wieder, dass man selbst schon uralt ist) Lieder von Leonard Cohen, die sich auch als roter Faden durch das Buch ziehen, einfach fesselnd. (*****)

Thomas Hardy, Tess of the D’Urbervilles
Ein Klassiker pro Monat – das ist mein persönliches Projekt im Jahr 2013 und die alte „Tess“ lag seit über 20 Jahren ungelesen im Schrank. Zugegebenermaßen bin ich durch Shades of Grey darauf gekommen, das Buch doch mal zu lesen und ja, ich wusste schon vorher, dass der Roman von Thomas Hardy nichts mit dem Hausfrauenbuch gemeinsam hat. Tess ist anstrengend zu lesen und eine sehr zähe Geschichte – jeder, der mir etwas über die Romantik in diesem Buch erzählen will, soll mir bitte die Passagen heraussuchen. Schlussendlich aber doch ein interessantes Sittenbild und harsche Kritik am Zeitgeist (****)

Sebastian Dickhaut, Basic Cooking
Ein bisschen mehr als nur ein Kochbuch – gab es im Kindle-Store als Weihnachts-/Neujahrsgoodie. Ein Ratgeber mit cleveren Tipps und ein paar feinen Kochideen (****)

Ben Crystal, Shakespeare on Toast
Für Shakespeare-Einsteiger zum Teil ganz gut – leider für meinen Geschmack ein bisschen viel zum Thema Versmaß (***)

Alexandra Reinwarth, Das Glücksprojekt
Autorin Alexandra Reinwarth hat sich durch viele Glücksratgeber gelesen und probiert nun – auf sehr humorige Weise – der Reihe nach durch, ob sie damit zum ultimativen Glück findet (****)

F. Scott Fitzgerald, Der große Gatsby (re-read)
Nachdem die neue Verfilmung von Baz Luhrman ansteht, habe ich den Gatsby mal wieder gelesen – sicher schon zum dritten oder vierten Mal und das Drama um den einsamen Millionär in der oberflächlichen Gesellschaft der Roaring Twenties ist jedesmal die Lektüre wert (*****)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s