Juni-Auslese 2006

– Ian McEwan, Saturday (2005):

Ein Neurochirurg lässt sich auf einen Streit mit einem kleinen Straßenkriminellen ein und bringt so an einem einzigen Tag seine kleine wohlgeordnete Welt zum Umbruch.

Ein Buch, das die Herzen der Feuilletonisten erobert hat – die alten „bösen“ Romane und Geschichten von McEwan fand ich um einiges eindrucksvoller und die hätten auch keine zwei oder wie viele Jahre auch immer Recherche bei einem Neurochirurgen erfordert. Sauberes Handwerk, mittelmäßige Lesefreude: [***]

– Jacques LeGoff, Ritter, Einhorn, Troubadoure. Helden und Wunder des Mittelalters (2005):

Ein großformatiges prächtig bebildertes Werk, das eine ausgesuchte Schar illustrer realer und fiktiver Figuren (Karl der Große, Robin Hood, Orlando furioso …) aus dem Mittelalter vorstellt, die – nicht nur – die mittelalterliche Bildwelt beeinflussten/prägten.

Prädikat lohnenswert und informativ: [****]

– Kai Meyer, Die Geisterseher (1995)

uhuuh, Kai Meyers erster „historischer“ Roman – ein Sammelsurium an realen Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, E.T.A. Hoffmann und als Helden, die Gebrüder Grimm, die aberwitzige geheimbündlerische Dinge tun und in fantastische Geschichten geraten.

Viel zu viel historisches Personal – damit funktioniert die Fiction leider nicht mehr. Dazu noch ein wenig holprig und naiv herunter erzählt, aber immerhin ein guter Start für Herrn Meyer als historischer Märchenschreiber und damit verdiente [***]

– Kai Meyer, Der Rattenzauber (1995)

Ist da schon ein wenig besser. Die historische Kulisse des mittelalterlichen Hameln, die alte Sage vom Rattenfänger und fix ein buntes abenteuerliches Märchen darum gewoben, in dem auch noch viel Blut fließt.

Die Spannung steigt, ich habe mich gut unterhalten [****]

– Wolfgang Hohlbein, Die Templerin (2000)

Tja, ich wollte einmal den Fürst der deutschen Fantasy kennen lernen – war wohl das falsche Buch. Eine langweilige Geschichte, von einem Mädchen, das nach einem Überfall bei den Templern Unterschlupf findet und noch dazu einen „heidnischen“ Lover.

Ach nee und dann alles so brav runter geschrieben und so konstruierte Figuren und Dialoge, das gibt [**]

– Stephen King, Das Leben und das Schreiben (2000)

Viel gelobt und nun habe ich es auch mal gelesen. Stephen Kings beeindruckende Lebensbeichte plus „Tipps zum erfolgreichen Schreiben“ kann man auch Leuten, die ihn nicht wirklich mögen, empfehlen.

Gut geschrieben, unterhalt- und einfühlsame biographische Momente und die Schreibtipps, naja, nicht sonderlich neu, aber auch gut angeleuchtet. [*****]

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